August 2009

Monatsarchiv

Voll im Trend - ohne Absicht

von Rudy Gasson am 13. August 2009; 12:03 | Stichworte: Reality 2.0, Perlen

Ich weiß nicht, ob die Medien eher einen Trend “herbeischreiben” oder tatsächlich Strömungen gesellschaftlicher Vorlieben und Wandlungen erfassen und beschreiben. In der aktuellen ZEIT jedoch fühle ich mich ertappt. Dort schreibt Susanne Wiborg (höchst unterhaltsam) über den angeblich neuen Trend zum eigenen Garten. Wieder einmal scheine ich unbewusst (und auch ungeplant) auf einer Welle zu schwimmen, die ich gar nicht als solche wahrgenommen habe. Aber ich stehe dazu und finde es prima, zumal ich mich ohnehin dem Klischee der englischen Mentalität näher fühle als dem der deutschen.

Moments in Time - 6. August 1997

von Rudy Gasson am 6. August 2009; 10:43 | Stichworte: Reality 2.0, Zeitreisen, Tech Talk

Der 6. August ist als Gedenktag belegt und überschattet von der Bombe. Ich frage mich, ob es Zufall war, dass just an diesem Tag im Jahre 1997 eine andere Bombe platzte, die für Geeks und Nerds einen eigenen Gedenktag verdient hätte.

Steve Jobs kündigte an diesem Tag auf der Macworld Boston etwas an, was kein Apple-User jemals für möglich gehalten hätte. Und er tat es in einer theaterreifen Show, mit Big Brother im Hintergrund:

Ich habe das damals gar nicht richtig mitbekommen, weil ich mangels Finanzen zu diesem Zeitpunkt mich weder zur einen noch zur anderen Welt zugehörig fühlte. Dennoch ist es ein geschichtsträchtiger Moment, zumal erst ein Jahr später von zwei Studenten eine winzige Firma namens Google gegründet wurde.

Das Online-Magazin WIRED erinnert heute an diesen Tag mit ein paar Hintergrundinformationen.

Wiederentdeckt: Heinrich Böll

von Rudy Gasson am 1. August 2009; 12:32 | Stichworte: Zeitreisen, Literaten

Kennt Ihr das? Ihr lest einen Text und fühlt Euch danach nicht belehrt, sondern ertappt und getroffen? Und danach ist nichts mehr so wie vorher?

Ich gebe zu, das klingt ziemlich romantisch und passiert den meisten wohl auch eher in jungen Jahren und vor allem in der Pubertät. Bei mir muss es so mit Anfang Zwanzig passiert sein, genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich habe den Text nie vergessen, nur den Titel. Ich wusste noch, dass er von Heinrich Böll war und von einem Fischer und einem Touristen erzählte. Ich dachte auch, dass ihn die meisten kennen werden, aber meine gelegentliche Nachfrage ergab das Gegenteil.

Ich habe schon lange nicht mehr an den Text gedacht und bin natürlich auch in den letzten Jahren nie auf die Idee gekommen, mal nachzuforschen. Aber heute nun hat mich meine alltägliche Prokrastination in diese Richtung getragen. Und siehe da: der Titel ist noch besser, als ich dachte. Es ist die

“Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral” (1963)

Fast ein wenig zu programmatisch für meinen heutigen Geschmack, aber der Text ist immer noch absolut aktuell und wirkungsvoll, vielleicht sogar noch aktueller als vor zwanzig Jahren. Die Arbeitsethik und ihre Herkunft scheinen in der Öffentlichkeit heute kein Thema mehr zu sein, der Markt bestimmt scheinbar die Ethik. Dabei könnte man den Text frei nach Max Weber auch “Der Protestant am Strand” nennen, oder so…

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