Heute ist der Fall der Berliner Mauer 20 Jahre her. Es ist der eigentliche Feiertag für jene, die an die Macht des zivilen Ungehorsams glauben und vielleicht auch für jene, die daran glauben, dass Mauern keine Lösung für ökonomische Probleme sein können.

Ich gebe zu, dass diese Überleitung zum Thema ein wenig konstruiert erscheint, aber angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Medienkrise und der zu erwartenden ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen scheint sie mir angebracht.

Medienmogul Rupert Murdoch hat nicht nur vor, seine Online-Angebote1 zukünftig (wenn auch später als geplant) hinter einer Bezahl-Mauer zu verstecken, nein, er will sie (dann) auch aus der Google-Suche entfernen, da er Google, Microsoft und noch ein paar andere als Parasiten betrachtet, die ihm seinen “Content” klauen.

Nun ist es technisch sehr einfach, die eigenen Angebote aus der Suche von Google zu entfernen, dazu ist lediglich eine winzige Textdatei im entsprechenden Verzeichnis erforderlich, die der Suchmaschine sinngemäß mitteilt: Nö, lass ma. Warum die Murdoch-Medien das nicht schon längst getan haben, darauf gibt Murdoch keine Antwort.

Es scheint in den Führungsetagen der betroffenen Unternehmen von Murdoch niemanden zu geben, der ihm erklären kann, dass er da mit aller Kraft an dem Ast sägt, auf dem vor allem die Mitarbeiter seines Imperiums sitzen.

Update 2: Google antwortet

Google sagt (sinngemäß):

Lieber Herr Murdoch,

ein Wort von Ihnen, und wir nehmen ihre gesamten News-Inhalte aus unserem Index, kein Problem.

Mit freundlichen Grüßen…

Das schreibt zumindest der Telegraph.


  1. Unklar ist noch, ob sich das nur auf ausgewählte Bereiche oder auf fast alle Online-Angebote der News Corp. bezieht. Immerhin gehören auch Plattformen wie MySpace und GIGA zum Konzern []